Die Startaufstellung in Zeiten von Social Media – Do’s & Dont’s

The Good, the Bad, The Ugly – Eine Analyse der Matchday Grafiken der Bundesligisten

In einem überfüllten Social Media Newsfeed ist es für Sportmannschaften von entscheidender Bedeutung, unverwechselbare & emotionale Beiträge zu kreieren, um die Fanscharen abzuholen. Eine solche Möglichkeit für Fußballvereine auf Social Media ist die Startaufstellung, die eine Stunde vor dem Anpfiff, meist vor Beginn der Spieltagsübertragung, bekannt gegeben wird.

Die Popularität und Einprägsamkeit von Team-Startaufstellungen, besonders wenn man sich damit vertraut macht, jede Woche die gleiche Grafikvorlage zu sehen, stellt Teams vor große Herausforderungen. Manchester United zum Beispiel musste erkennen, dass die eigene Matchday-Grafik einer politischen Bekanntgabe erstaunlich ähnelt.


Worauf gilt es also zu achten?

Grafiken mit Wiedererkennungswert, schnell zu verarbeitende Informationen klug präsentiert & idealerweise noch den hauseigenen Sponsor untergebracht.

Der Fan, der bestenfalls gerade auf dem Weg ins Stadion ist, soll idealerweise in wenigen Sekunden die Formation, Aufstellung (optimalerweise mit Rückennümmern, damit man vor Ort die Spieler erkennt) & Bankspieler des eigenen Vereins erkennen können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Welche unterschiedlichen Ansätze die Vereine hierfür finden, und was meiner Meinung nach top oder flop ist, könnt Ihr in den folgenden Abschnitten lesen.

The Good

FC Augsburg – Übersichtliche Abtrennung & Farben, Schwarz auf Weiß, mit Highlights auf die Trikotnummern & Nachnamen. Inklusion der Ersatzspieler plus als Spieltagsbild der Rückkehrer und Vereinsheld Finnbogason. Mehr kann ein Verein fast nicht machen um die Stimmung der Fans anzuheizen. Chapeau.

Vfb Stuttgart – Der einzige Verein, der eine aktive Trennung der Positionen & damit eine Formation auch visuell übersichtlich darstellt. So ist für jeden Fan auf den ersten Blick gleich zu erkennen welcher Spieler welche Aufgabengebiete übernimmt.

Wieso man die Ersatzspieler allerdings nicht noch zusätzlich mit aufs Bild packt, bleibt mir trotzdem ein Rätsel.

The Bad

Hertha BSC Berlin – der einzige Verein aus 18 Bundesligateams, der seine Startelf in einem 55 sekündigem Video aufbereitet. Fans des Hauptstadtclubs müssen sich also Ihre Formation nicht nur selbst zusammenreimen und die Lücken alle paar Sekunden mit neuem Input füllen. Nein, dafür müssen Sie auch noch eine Minute regungslos vor dem Bildschirm sitzen.

„Ich bin anders als die anderen“. Aber leider nicht besser!

The not really ugly, but a little bit stupid

Fortuna Düsseldorf – Schwarze Schrift auf dunkelrotem Untergrund. Ich hab’s versucht im Tageslicht zu lesen und dachte ich wär farbenblind. Stellt sich raus, Dunkel auf Dunkel ist einfach nur extrem unleserlich. Gut für mich, schlecht für alle Fans von Fortuna.

Bayer 04 Leverkusen – Warum erstellt man eine Grafik, bei der gefühlt 75% des Bildes frei sind? Der Gedanke war scheinbar vorhanden, sich zu überlegen, warum man den Text derart seitlich platziert. Die interessante Frage für mich ist, eben welcher dahinter steckte…

Informationen, die man auf die freie Fläche setzen hätte können:
* Datum & Anstoßzeit
* Auswechselspieler
* Formationsgrafik

Erwähnenswert: Sponsored Content

9 von 18 Bundesligavereinen benutzen Ihre Spieltagsankündigung für Sponsoren-Branding, entweder durch eine simple Logoeinblendung in der Spieltagsgrafik oder eine Erwähnung wie „[…] wird präsentiert von […]“.

Was nicht verwundert. Durch einheitliches Branding & einen gepflegten Informationsaustausch mit der Fanbasis können auch kleine Vereine der Bundesliga signifikante Aufrufe & Interaktionen verzeichnen. Ohne genaue Zahlen zu kennen, bin ich mir hier sehr sicher dass das Geschäft nicht nur für die Vereine lukrativ ist. Mit sämtlichen branded Postings über eine gesamte Saison hinweg generieren Bundesligavereine sicher einen „Brand-Value“ im sechsstelligen Bereich durch Ihre enorme Reichweite & Präsenz.

Erwähnenswert: Wettquoten

Borussia Mönchengladbach ist der einzige Verein der Bundesliga, der seinen Fans einen Fanservice in Form von Wettquoten liefert.

Die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter Unibet bietet den Fohlen den Vorteil, Ihre Fans noch ein Stück mehr ins Spiel einzubeziehen und über die Anzeige von Wettquoten einen weiteren Reiz für seine Fans zu setzen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis weitere Vereine auf diesen Zug aufspringen, vor allem da die Wettanbieter durch die direkte Verlinkung sicher den ein oder anderen Euro durch Direktwetten einnehmen werden.

Wie immer wird die Herausforderung für die Clubs auch hier darin bestehen, wie man die Bedürfnisse des Fan-Engagements mit den Anforderungen der kommerziellen Partnerschaften in Einklang bringt, und wie schafft man es, je nach Prioritätensetzung Content zu erschaffen, der beides ermöglicht?

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