Der Adidas Predator Mania – Gekommen um (im Herzen) zu bleiben

Der Schuh, der eine ganze Generation von Fußballspielern prägte.

Heinrich VIII., König von England, trug 1526 das erste laut Berichten bekannte Paar Fußballschuhe der Geschichte.

Seitdem hat sich die Entwicklung sowohl des Spiels als auch des Zubehörs erheblich verbessert. Das ziellose Umhertreten einer geformten Kugel aus Schweinehaut in knöchelhohem, schwerfälligem Schuhwerk liegt glücklicherweise in der Vergangenheit.

Seit den 1990ern kam bei den Fußballschuhen zum ersten mal wirklich Farbe ins Spiel. Während Schwarz früher die einzige Option war, reichen die grellen Farbschemata heute von Rot bis Gelb, da moderne Spieler modebewusster sind und ihre Schuhe oftmals ihrem Mannschafts-Outfit anpassen.

Doch egal welche Farben und Formen die neuesten Fußballschuhe aufweisen, egal ob 130 Gramm oder Schuhe oder Schnürsenkel. Der beste Schuh aller Zeiten – zumindest für eine Generation an Fußballfans – liegt mittlerweile schon über 15 Jahre zurück.

Der Predator Mania – Ein Schuh, gemacht für eine Generation die noch keine Sorgen & Probleme hatte

Wo fangen wir an? Nichts trifft Fußballfans im Alter von 20 bis ca 40 in der Nostalgie so sehr wie der Adidas Predator Mania. Dieses vereinfachte Trio aus Schwarz, Weiß und Rot – stark gemacht durch frühere Predator-Ableger und für immer auf der Landkarte verankert durch Kleinigkeiten wie die elastische, umklappbare Zunge. Der Predator Mania wurde 2002 für die Weltmeisterschaft in Japan/Südkorea ins Leben gerufen und wurde aus verschiedenen Gründen zum Schuh einer Generation.

Wenn die Mania für dich die Perfektion des Fussballs definiert, dann stehen die Chancen gut, dass du zwischen 24 und 40 Jahren alt bist. Im Jahr 2002, als der Schuh bei der Weltmeisterschaft auftauchte, waren diese Leute also irgendwo zwischen 10 & 25 Jahren gewesen, in einer Zeit, in der die Liebe zum Fußball am stärksten ist. Bevor das Erwachsenenleben anfing, Sie mit Versicherungen, Arbeitsterminen und der unübersichtlichen Welt des Wohnungsmarktes zu belasten.

2002 war wahrscheinlich die erste Weltmeisterschaft, an die sich viele dieser Generation wirklich erinnern, als jedes Spiel gesehen wurde. 2002 fiel zeitlich mit dem Aufstieg des Internets zusammen, man war empfänglicher für Werbung und Adidas inszenierte den Predator Mania perfekt. Für viele wurde der Schuh zu dem einen, der uns auf den Hype der Fußballmode aufmerksam gemacht hat. Es begann die Besessenheit.

Die richtigen Stars zur richtigen Zeit – Marketing in Höchstform

Der Predator Mania war in erster Linie einfach ein schöner Fußballschuh, das ist eindeutig eine wichtige Zutat für den Erfolg. Aber adidas hatte zusätzlich noch die Starpower & das Spielermaterial, um den Schuh zu einer Ikone werden zu lassen. Die wohl berühmtesten: David Beckham und Zinedine Zidane. Zwei Spieler, die ihre Karriere in großen Momenten definiert haben.

David Beckhams Freistöße waren Momente, in denen man den Atem anhielt. Jeder Zuschauer wartete in Erwartung auf den nächsten Geniestreich. Der Adidas Predator Mania wurde mit seiner Schusstechnologie vermarktet und David Beckham’s rechter Fuß machte es möglich. Für viele Youngster war der Beweis klar, dass diese Schuhe, und wirklich nur dieses Paar Ihr Spiel wirklich verbessern wird.

David Beckham war alles, was jeder junge Spieler damals sein wollte. Der Haarschnitt, die Schuhe, der Stil, die unnachahmliche Schusstechnik, der Status. Adidas half ihm, ihn zum vermarktbarsten Fußballer aller Zeiten zu machen. „Bend it like Beckham“ – jeder wollte schießen wie nur er es konnte.

Der richtige Markt zur richtigen Zeit

2002 war eine Zeit, in der die Mehrheit der Fußballschuhe schwarz war, aber der Mania war einer der ersten Stiefel, der in zahlreichen Farbvarianten auf den Markt kam und dem Spieler die Wahl ließ. Gun Metal, Champagne, Red, Blue – die Farbwahl war ein Statement, nicht nur Bestandteil des Schuhs.

Kombiniert man das mit der Tatsache, dass Personalisierungen wie Namen und Zahlen zur Zunge oder den Seitenteilen hinzugefügt werden konnten, oder dass die Art und Weise, wie man die Zunge trug, anpassbar war, wird eines klar. Der Adidas Predator Mania darf durchaus dafür verantwortlich gemacht werden, Einfluss darauf zu nehmen, wie die Spieler begannen, sich auf dem Spielfeld zu stylen. Das äußere Erscheinungsbild wurde ebenso wichtig wie die Leistung. Zumindest ergänzte es diese ab sofort in jedem Spiel.

Schnell setzte sich hierbei allerdings ein Trendmerkmal durch: Wer den Mania mit Stil tragen will, der zieht die Zunge des Schuhs so weit wie möglich nach unten, idealerweise wird sogar das letzte Loch der Schuhbänder ausgelassen für noch mehr Zunge.

Der Schuh verschwindet, die Nostalgie bleibt

Die Tatsache, dass der Predator nach wenigen Jahren bereits aus der Produktion verworfen wurde, erhöhte den ikonischen Status für diese Generation nur noch mehr und machte die Spieler zu Rebellen.

Der Adidas Predator Mania hatte damals alles, was man in einem Fußballschuh brauchte. Ein ikonisches Symbol der Jugend, des Glücks, des puren Fußballs. Und manche Leute munkeln noch immer, dass Sie sich nicht sicher sind was mehr weh getan hat: ein Bänderriss oder der Abriss der Zungenhalterung ihres Predator Mania.

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