Bier, Wetten & Chips – Kritik am „Vorbild“ Fußball & seiner Partnerwahl

Höher, schneller, weiter … mit Chips und Nutella – Wo ist die Grenze der Verantwortung von Fußballprofis?

Gewettet wird in allen Amateurteams – nicht nur auf dem Rasen. Wen interessieren mittlerweile noch Ergebnisse – echte Zocker tippen auf „den ersten Einwurf“, das schnellste Foul oder die Anzahl der gelben Karten. Live, in Sekundenschnelle, egal ob auf der Couch oder auf dem Beifahrersitz auf dem Weg ins Freibad.

Viele Wetter behaupten, dass sie ja nur „ab und zu“ wetten und dann auch mit geringem Einsatz, die gelegentliche Unvernuft könnte es auch heißen. Tatsächlich sind jedoch knapp eine halbe Million Menschen in Deutschland spielsüchtig – oftmals ohne es sich eingestehen zu wollen.

Wetten sind nicht per se schlecht. Sportwetten bieten eine Möglichkeit, sich aktiv in eine Branche einzuleben, mitzufiebern und sich eventuell mit Freunden den ein oder anderen Drink zu finanzieren. Schließlich sind erwachsene Menschen mündig genug, selbst zu entscheiden von was sie sich beeinflussen lassen. Niemand muss rauchen, niemand wird gezwungen sich ein Wettkonto anzulegen.
Meine große Frage & Kritik jedoch ist:

Warum bewerbe ich als Fußballprofi bei einem mehrstelligen Millionengehalt bzw. einem „kleinen“ finanziellen Polster einen Geschäftszweig, der meinen eigenen Sport beeinflusst und viele Menschen dazu bringt, den Spaß an meiner Tätigkeit komplett aus den Augen zu verlieren?

Oder warum holt sich der DFB als „Top-Partner“ eine Brauerei an seine Seite? Damit jeder der 10 Millionen Fernsehzuschauer in jeder Werbepause daran erinnert wird, sich das nächste Bier aus dem Kühlschrank zu holen – natürlich alkoholfrei?

Wie muss so ein Gespräch zwischen Marketingsprechern von Nutella, Funnyfrisch oder McDonalds und den Agenten & Fußballprofis ablaufen? Was ist die Antwort auf Fragen wie „Welche Werte würdest du gerne an junge Menschen und Amateurkicker vermitteln? Wie möchtest du deinen Fans in Erinnerung bleiben? Welche Marke verkörperst du als Sportler?“

Beim aktuellen Werbebild kann die Antwort ja nur ungefähr so lauten: „Ich möchte für Transfettsäuren werben. Ich denke ich kann meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Fettleibigkeit in Deutschland weiter voranbringen – das Ziel muss sein, mehr als nur 50 Prozent der Bevölkerung in ungesunde BMI Werte zu treiben. Hochkalorische Lebensmittel, im Optimalfall mit einer geringen Nährwertdichte – dafür stehe ich mit meinem Namen.“

„Ein Hoch auf uns – auf dieses Leben“ heißt es in der Hymne der WM 2014. Aber was gibt es bitteschön bei dieser Werbekultur zu bejubeln?

22 Millionen Menschen in Deutschland sind fußballbegeistert. „Wir“ könnten alle zusammen viel verändern – wenn jeder einen kleinen Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen würde.

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